Masernimpfkampagne "Stoppt Masern" im Landkreis Ludwigsburg wird ausgeweitet

Die Unterstützer der Masernimpfkampagne

Die Referenten u.a. Dr. T. Kauth

Zweiter „Masern-Bus“ im Landkreis Ludwigburg zur Halbzeit der „Stoppt Masern!“ Kampagne

Das Corona-Virus ist allgegenwärtig. „Wir dürfen aber andere gefährliche Infektionskrankheiten nicht vergessen, gegen die es bereits Impfstoffe gibt“, so Landrat Allgaier anlässlich der Vorstellung des zweiten „Stoppt-Masern“-Busses am 25. August 2020 im Landratsamt Ludwigsburg.

Die Ärzteschaft Ludwigsburg unterstützt diese Kampagne von Anfang an durch unseren Kinder- und Jugendarzt Dr. Thomas Kauth, Vorstand der Ärzteschaft.

Am 19.04.21 fand die digitale Informationsveranstaltung "Ein Jahr Masernschutzgesetz" im Landratsamt Ludwigsburg statt. 

Gesundheitsdezernentin Dr. Karlin Stark begrüßte die Teilnehmenden und Referentinnen und Referenten. „In aktuellen Zeiten, in denen Corona alles zu überschatten droht, dürfen wir andere ernsthafte Infektionskrankheiten nicht vergessen“, sagte sie. Schirmherr Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schickte eine Videobotschaft und wünschte der „Stoppt-Masern-Kampagne“ des Landkreises viel Erfolg. Weitere Unterstützung für die Kampagne kam ebenfalls per Video von Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration Baden-Württemberg.

Dr. Uschi Traub, Leiterin der Gesundheitsförderung beim Gesundheitsdezernat, fasste die gesetzlichen Regelungen des Masernschutzgesetzes zusammen. Seit dem 30. März 2021 ist die Frist für den Masernschutz-Nachweis bei Betreuten und Beschäftigten, die schon vor dem 1. März 2020 in den Einrichtungen waren, vom 31. Juli 2021 auf den 31.Dezember 2021 verlängert.

Der Erste Bürgermeister der Stadt Ludwigsburg, Konrad Seigfried, berichtete als Träger von Gemeinschaftseinrichtungen, dass die Umsetzung des Masernschutzgesetzes in Ludwigsburg optimal organisiert sei und sehr gut angenommen werde.

Anita Kermisch, Kommissarische Leiterin des Staatlichen Schulamts Ludwigsburg, referierte über Erfahrungen und aktuelle Fragen. Durch die Corona bedingten Schulschließungen war die Vorlage von Original-Impfausweisen erschwert. Zum Teil war es schwierig, die Ausweise zu interpretieren. Auch an den Schulen gab es große Akzeptanz und nur vereinzelte Impfverweigerer.

Kinder- und Jugendarzt Dr. Thomas Kauth, stellvertretender Vorsitzender der Ärzteschaft Ludwigsburg, betonte die Bedrohlichkeit der Masern-Erkrankung und die Wichtigkeit der Impfung: „Masern ist deutlich ansteckender als COVID.“ Die Nachfrage nach Masern-Impfungen in den Praxen hat zugenommen. Neben den gesetzlichen Regelungen stärkt die Masernimpfkampagne des Landkreises Ludwigsburg das Vertrauen in die Masernimpfung durch breit gestreute Informationen und Aufklärung.

Familie Schönbohm erzählte die Geschichte ihres Sohnes Max, der an einer Masernspätfolge, der SSPE (Subakute Sklerosierende Panenzephalitis), nach vielen Jahren im Wachkoma starb. Ein Kurzfilm von Bruder Julian stellt das Schicksal der Familie sehr bewegend dar.

Ab Mai 2021 bietet das Gesundheitsdezernat kostenlose Masern-Titermessungen für Beschäftigte von Gemeinschaftseinrichtungen an. Bei einem schützenden Titer muss kein Impfnachweis vorgelegt werden. Die Blutentnahmen finden donnerstags von Mai bis Juli von 14 bis 18 Uhr statt. Diese sind nur mit Terminvereinbarung unter 07141 144-2520 möglich. Interessierte finden Vorträge und Filme der Infoveranstaltung sowie Fragen und Antworten in den nächsten Tagen auf www.stoppt-masern.de im Internet.

Im Landkreis Ludwigsburg gibt es große Unterschiede bei der Maserndurchimpfungsrate zwischen den Gemeinden – nur wenige erreichen die notwendige Impfquote von 95 Prozent bei beiden Masernimpfungen. Auf Wunsch der Kommunalen Gesundheitskonferenz (KGK) startete daher im Sommer 2019 eine landkreisweite „Stoppt Masern!“ Kampagne als Modellkampagne für andere Kreise. „Unser Ziel ist es, angekoppelt von gesetzlichen Vorschriften die Bevölkerung zu informieren und aufzuklären, um die Akzeptanz der Impfung weiter zu steigern“, so Landrat Allgaier.

Das Masernschutzgesetz ist am 1. März 2020 in Kraft getreten. Es sieht vor, dass alle nach dem 31. Dezember 1970 geborenen Personen, die in bestimmten Einrichtungen betreut werden oder tätig sind, den Masernschutz nachweisen müssen. Das Gesetz erfasst (junge) Erwachsene nicht, die nicht in einer Gemeinschaftseinrichtung arbeiten. Doch besonders bei jungen Erwachsenen sind die Impflücken groß. Mit verschiedenen Maßnahmen möchte die Impfkampagne genau diese Zielgruppe erreichen. Zum einen liegen in den Sommerferien bei teilnehmenden Ludwigsburger Restaurants und Cafés Postkarten der Kampagne aus. Zum anderen fährt nun ein zweiter mit dem Kampagnen-Logo beklebter Linienbus quer durch den Landkreis, um weitere Bürgerinnen und Bürger aufmerksam zu machen.

Landrat Allgaier und die Kooperationspartnern/Unterstützer der Kampagne (Kreisärzteschaft, AOK, mhplus, Barmer, Unfallkasse Baden-Württemberg, Landesapothekerkammer, Sportkreis Ludwigsburg e.V., Kreissparkasse Ludwigsburg und ADE Druck und Medien) betonten nochmals die Bedeutung der Kampagne.

Weitere Informationen zu Masern, der Masernimpfung sowie der Kampagne
„Stoppt Masern!“ finden Sie unter www.stoppt-masern.de

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