Gesunde Mütter, gesunde Kinder – peb-Projekt GeMuKi startet in Baden-Württemberg 

Pressemitteilung 

Gesunde Mütter, gesunde Kinder – peb-Projekt GeMuKi startet in Baden-Württemberg 

 

Stuttgart, 28. März 2019 – Mehr als die Hälfte aller schwangeren Frauen in Deutschland nimmt übermäßig an Gewicht zu. Das erhöht das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes und Geburtskomplikationen. Das zu hohe Gewicht der Mutter kann sich zudem negativ auf Gewicht und Gesundheit des Kindes auswirken. Dieser Entwicklung wirkt das Präventionsprojekt GeMuKi „Gemeinsam gesund: Vorsorge plus für Mutter und Kind“ entgegen, das gestern in Stuttgart vorgestellt wurde. GeMuKi wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses bis 2021 gefördert. Insgesamt wollen die Initiatoren 2.500 Schwangere und Mütter aus Baden-Württemberg erreichen. 

 

Niederschwelliges Angebot im Rahmen der gesetzlichen Vorsorge 

Bei GeMuKi erhalten werdende und junge Mütter während der Schwangerschaft und im ersten Jahr nach der Entbindung elf zusätzliche Beratungen bei Frauenarzt, Hebamme, Kinder- und Jugendarzt. Von diesen werden die Teilnehmerinnen umfassend über Ernährung und Bewegung während der Schwangerschaft und Stillzeit, den Umgang mit Genussmitteln, eine angemessene Gewichtsentwicklung sowie über die Ernährung von Säuglingen informiert. „Die Beratung soll die Frauen zu einem gesundheitsförderlichen Lebensstil motivieren“, so Dr. Anne-Madeleine Bau, Projektleiterin von GeMuKi(Plattform Ernährung und Bewegung e.V.). Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen setzen sich die Teilnehmerinnen individuelle Gesundheitsziele, die sie bis zum nächsten Termin erreichen wollen. 

 

Dabei werden sie durch eine App unterstützt, die an das Ziel erinnert und Informationen und Anregungen für einen gesunden Lebensstil liefert. „Durch die Einbettung der Beratung in die gesetzlichen Vorsorgetermine hoffen wir, vor allem Frauen aus Risikofamilien für GeMuKi gewinnen zu können, die sonst kaum von gesundheitsfördernden Maßnahmen profitieren“, sagt Karsten Menn von der BARMER Baden-Württemberg. Dazu zählen unter anderem Migrantinnen, sozial Schwache sowie Familien, in denen bereits Gewichtsprobleme bestehen. 

 

Die ersten 1.000 Tage sind entscheidend 

Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts zur Kinder- und Jugendgesundheit (KiGGS) sind mehr als 15 Prozent der 3- bis 17-jährigen Jungen und Mädchen in Deutschland übergewichtig. Etwa sechs Prozent der Kinder sind adipös. „In den ersten 1.000 Tagen, von der Befruchtung der Eizelle bis zum zweiten Geburtstag, wird der Stoffwechsel des Kindes maßgeblich geprägt. Auch die Gewichtsentwicklung der Mutter während der Schwangerschaft hat entscheidenden Einfluss auf die Gewichtsentwicklung und Gesundheit des Kindes, und zwar ein Leben lang“, erklärt Dr. Thomas Kauth, Kinder- und Jugendarzt aus Ludwigsburg und Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Laut KiGGS haben bereits übergewichtige Kinder ein erhöhtes Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen zu entwickeln. Darüber hinaus geht ein hoher Body Mass Index im Kindes- und Jugendalter mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Erwachsenenalter einher. 

 

2.500 Teilnehmerinnen aus acht Regionen 

GeMuKi wird bis 2021 als kontrollierte Interventionsstudie in acht Regionen durchgeführt. Die ersten Ärztinnen, Ärzte und Hebammen werden bereits geschult. Parallel zur Akquise der 2.500 Teilnehmerinnen starten bereits die ersten Beratungen. In Stuttgart, im Landkreis Esslingen, Mannheim, Heidelberg, dem Rhein-Neckar- und dem Ortenaukreis- sowie im Stadt- und Landkreis Heilbronn erhalten die Teilnehmerinnen die zusätzliche Beratung. Als Kontrollregionen dienen der Ostalbkreis, Enzkreis, Pforzheim, Freiburg, der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sowie der Stadt- und Landkreis Karlsruhe. 

 

Förderung durch den Innovationsfonds 

Das Projekt wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses mit rund 4,3 Millionen Euro gefördert. Bei einem erfolgreichen Verlauf soll GeMuKi bundesweit in die Regelversorgung von Schwangeren und jungen Familien integriert werden. Konsortialführer des Innovationsfondsprojekts ist die Plattform Ernährung und Bewegung e. V., Konsortialpartner sind die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg, die BARMER Baden-Württemberg, das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie an der Universitätsklinik Köln und das Fraunhofer Institut für offene Kommunikationssysteme. Darüber hinaus sind der Berufsverband der Frauenärzte e.V., der Berufsverband Kinder- und Jugendärzte in Baden-Württemberg, der Hebammenverband Baden-Württemberg, die Landesärztekammer Baden-Württemberg und weitere Krankenkassen Partner von GeMuKi. Weitere Informationen unter https://www.pebonline.de/projekte/gemuki/

 

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Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb)

Wallstraße 65, 10179 Berlin

Telefon  030  27 87 97 - 67

Telefax   030  27 87 97 - 69

plattform(a)pebonline.de

www.pebonline.de

 

 

GeMuKi geht an den Start

 

 

Das Berliner Team von „GeMuKi – Gemeinsam gesund: Vorsorge plus für Mutter und Kind“ nimmt  die Arbeit auf.

Berlin, 9. Oktober 2017 – Zum offiziellen GeMuKi-Projektbeginn begrüßt die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) Anfang Oktober das dreiköpfige Berliner Team; für die Projektleitung konnte peb Dr. Anne-Madeleine Bau gewinnen. Die Diplom-Oecotrophologin und Gesundheitswissenschaftlerin hat am Institut für medizinische Soziologie der Charité Universitätsmedizin promoviert und bringt langjährige Erfahrungen zum Thema Übergewicht und Adipositas mit. Ihre Expertise umfasst sowohl die Durchführung von epidemiologischen und klinischen Studien, als auch die ernährungstherapeutische Betreuung von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern, immer mit differenziertem Blick auf die Zielgruppen. Zum Auftakt von GeMuKi betont Bau: „Die flächendeckenden und intensiv genutzten Vorsorgeuntersuchungen bieten ein herausragendes Potenzial die ersten 1.000 Tage der Schwangerschaft und der frühen Kindheit für die Prävention zu nutzen, um die spätere Gewichts- und gesundheitliche Entwicklung positiv zu beeinflussen. Das GeMuKi-Team tritt an, um diesen Wirkzusammenhang zu beleuchten.

 

Unterstützt wird Bau durch die Projektkoordinatorin und Gesundheitswissenschaftlerin Cornelia Wäscher, die bereits das Vorgängerprojekt „9+12 Gemeinsam gesund in Schwangerschaft und erstem Lebensjahr“ sowie das Antragsverfahren zum Erfolg geführt hat. Die Drittmittelverwaltung übernimmt die Absolventin der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin Claudia Zunk, M.A. Vier Studienassistentinnen, die GeMuKi in Baden-Württemberg dezentral betreuen, werden das Team in Kürze ergänzen.

 

GeMuKi wird aus Mitteln des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesaus-schusses (G-BA) gefördert und erhält für vier Jahre eine umfangreiche Förderung zur Stärkung der fächerübergreifenden Gesundheitsberatung für Schwangere und junge Eltern. Die Beratung wird an die bestehenden und weit verbreiteten Schwangerschafts- und Kindervorsorgeuntersuchungen gekoppelt. Im Fokus der Beratungen stehen unterstützende Angebote zu ausgewogener Ernährung und mehr Bewegung.

 

Die Konsortialführung für das Projekt hat die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. Die vier Konsortialpartner von GeMuKi, die ebenfalls in diesen Tagen ihre Arbeit aufnehmen, sind das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie an der Universitätsklinik Köln / IGKE (Prof. Dr. med. Stefanie Stock), das Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme / FOKUS (Dr. Michael John), die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (Dr. med. Norbert Metke und Rüdiger Kucher) sowie die BARMER (Dr. Christian Graf und Karsten Menn) als Vertreterin der Krankenkassen.

 

Als Kooperationspartner sind die Landesärztekammer Baden-Württemberg (Dr. Ulrich Clever), die Universität Freiburg (Prof. Dr. med. Ulrike Korsten-Reck), der Ausschuss für Prävention und Frühtherapie beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte / BVKJ (Dr. med. Thomas Kauth) und das Netzwerk „Gesund ins Leben“ / GiL (Maria Flothkötter) an Bord von GeMuKi. „Zur Stärkung der Gesundheitskompetenz von Frauen und jungen Familien ist insbesondere eine enge Vernetzung von Frauenärzten, Hebammen sowie Kinder- und Jugendärzten und einheitliche Botschaften zu den Themen Ernährung und Bewegung erforderlich“, unterstreicht Korsten-Reck, Vorstandsmitglied von peb.

 

Die Plattform Ernährung und Bewegung e. V. (peb) ist ein Zusammenschluss von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Eltern und Ärzten. Rund 100 Partner setzen sich aktiv für eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung als wesentliche Bestandteile eines gesundheitsförderlichen Lebensstils bei Kindern und Jugendlichen ein.

 

Ansprechpartnerinnen: 

Dr. Anne-Madeleine Bau, Cornelia Wäscher, MPH, 

030 278797-66, GeMuKi(a)pebonline.de

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Dr. Andrea Lambeck

Geschäftsführerin

 

Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb)

Wallstraße 65

10179 Berlin

Telefon 030  27 87 97-67 

Telefax  030  27 87 97-69

Mobil     0175  264 06 69

a.lambeck(a)pebonline.de

www.pebonline.de

Projekt „GeMuKi – Gemeinsam gesund: Vorsorge plus für Mutter und Kind“ erhält Zusage zur Förderung vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses. Damit wird das von Dr. T. Kauth initiierte Pilotprojekt "9+12 -gemeinsam gesund in Schwangerschaft und erstem Lebensjahr" im Landkreis Ludwigsburg bestätigt und mit Hilfe der Unterstützung durch den Innovationsfonds langfristig gefördert.

Berlin, 03. Mai 2017 – Das von der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) geführte Konsortium erhält aus den Mitteln des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) für vier Jahre eine umfangreiche Förderung für das Projekt GeMuKi zur Stärkung der fachübergreifenden Gesundheitsberatung für Schwangere und junge Eltern. Die Beratung wird an die bestehenden und weit verbreiteten Schwangerschafts- und Kindervorsorgeuntersuchungen gekoppelt. Im Fokus der Beratungen stehen unterstützende Angebote zu ausgewogener Ernährung und mehr Bewegung.

peb wird das Projekt ab Herbst 2017 zusammen mit den vier Konsortialpartnern Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie an der Universitätsklinik Köln (IGKE), Fraunhofer Institut für offene Kommunikation (FOKUS), Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg und der BARMER sowie weiteren Kooperationspartnern in Baden-Württemberg umsetzen.

peb-Vorstandsmitglied und praktizierender Kinder- und Jugendarzt Dr. med. Thomas Kauth betont: “GeMuKi baut auf den Erkenntnissen und Erfahrungen aus dem peb-Projekt ‚9+12 Gemeinsam gesund in Schwangerschaft und erstem Lebensjahr auf‘. Damit zeigt sich, dass unsere Pionierarbeit im Handlungsfeld der perinatalen Prävention Früchte trägt. Ich bin mir sicher, dass die konsequente und flächendeckende Nutzung der Vorsorgeuntersuchen in Schwangerschaft und ersten Lebensmonaten ein wirkungsvoller Hebel ist, um die spätere Gewichtsentwicklung positiv zu beeinflussen.“

Dem stimmt auch Konsortialpartner Rüdiger Kucher von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg zu und hebt insbesondere die Bedeutung der institutionellen Einbettung von GeMuKi hervor: „Wir stehen dafür ein, dass im Rahmen von GeMuKi die vertragsärztliche Versorgung sichergestellt wird.“ „Als weiterer Konsortialpartner übernimmt das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der Universitätsklinik Köln die Evaluation von GeMuKi – ein Projekt, das sich durch die enge Verknüpfung von wissenschaftlicher Expertise und praktischer Erprobung auszeichnet“, so Gesundheitsökonomin Prof. Dr. med. Stephanie Stock. „Um innovative und für die flächendeckende Verbreitung der perinatalen Prävention in den Vorsorgeuntersuchungen nutzbare Instrumente zu schaffen, sind wir an Bord von GeMuKi“, schließt Dr. Michael John vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) die Vorstellung der Aufgaben der Konsortialpartner ab. BAMRER Landesgeschäftsführer Winfried Plötze unterstreicht, dass „durch die Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung sowie verschiedener Health Professionals GeMuKi eine Vorreiterrolle einnimmt und maßgeblich zur Stärkung der Gesundheitskompetenz von Frauen und jungen Familien beiträgt“.

 

Die Plattform Ernährung und Bewegung e. V. (peb) ist ein Zusammenschluss von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Eltern und Ärzten. Rund 100 Partner setzen sich aktiv für eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung als wesentliche Bestandteile eines gesundheitsförderlichen Lebensstils bei Kindern und Jugendlichen ein.

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