Osteopathie-Verordnungen

Patienteninformationen zur Osteopathie bei Kindern

Eine Arbeitsgruppe der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ e.V.) hat sich eingehend mit der Wertigkeit osteopathischer Behandlungsmassnahmen bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern befasst und ist zu dem Schluss gekommen, dass es bislang keinen Wirksamkeitsnachweis in dieser Altersgruppe gibt, sehr wohl jedoch in Einzelfällen schwerwiegende Nebenwirkungen.

Aus pädiatrischer Sicht wurde kürzlich eine Metaanalyse zur Osteopathie veröffentlicht. Es wurden 17 randomisierte und kontrollierte Studien an Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahre mit insgesamt 887 Patienten analysiert. Zugrundeliegende Erkrankungen waren Cerebralparesen, Atemwegserkrankungen, Otitis media, muskuläre/skelettale Funktionsstörungen, ADHS und weitere einzelne Erkrankungen. Letztendlich kommen die Autoren zu der Schlussfolgerung, dass es weiterhin keinen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis für eine osteopathische Behandlung bei Kindern und Jugendlichen gibt. 


Wenn der Arzt eine osteopathische Therapie per Rezept und mit ärztlicher Unterschrift verordnet, dann haftet er persönlich für diese Therapieentscheidung. Beruht der Schaden dann ggf. nicht oder nicht sicher auf einem Behandlerfehler, sondern ggf. bereits auf einer fehlerhaften Indikation oder gar auf einer übersehenen Kontraindikation, dann steckt der Verordner ganz tief in der Haftungsfrage mit drin.

Wir bitten daher unsere Praxiseltern ihre Kinder vor unwirksamen osteopathischen Behandlungen mit teilweise schwerwiegenden Nebenwirkungen zu bewahren. Wir werden aus den oben genannten Gründen sicherlich kein Rezept/Verordnung ausstellen.